Die Anzahl der Reparaturwünsche war durchschnittlich. Kaffeemaschinen, Staubsauger, Mixer bestimmten das Bild. Dann und wann ist Besonderes dabei, das Aufsehen erregt. Eine Spieluhr, made in Leipzig, hundert Jahre alt. Also von daher eine Antiquität. Sie landete auf dem Arbeitstisch von Wolfgang S. Der bemühte sich einfühlsam um das gute Stück. Problem: Sie lief nur stockend. Wolfgang S. entschied: Die Mechanik muss geölt, Schrauben angezogen werden. Nach mehr als einer Stunde Arbeit lief die Spieluhr perfekt. Die Lochplatte aus Metall wurde aufgelegt, und überall im Saal war zu hören: „Ich bete an die Macht der Liebe“, heute Teil der Zapfenstreichs der Bundeswehr.

Der Besitzer war aus dem Häuschen.

Ein paar Tage danach, am 16. Oktober, machten sich die Repair-Café-Aktiven auf nach Uedemerbruch. Inmitten idyllischer Landschaft wohnt im Grünen Gerd Domrath, einer unserer Aktiven, der zu jedem Repair Café 15 Kilometer nach Goch und 15 zurück mit dem Fahrrad fährt. Ein Anhänger nachhaltigen Denkens, der in einem ehemaligen Tranformatorenhäuschen ein Museum der Elektrotechnik eingerichtet hat. Über die Jahre hat er alle möglichen und unmöglichen strombetriebenen Geräte angehäuft und zur Schau gestellt. Er führt so Manches vor, erzeugt Lichtbogen, lässt es donnern und blitzen auf Kommando. Da muss man einfach staunen. Für unsere Aktiven war es ein unvergesslicher Erlebnistag. Man würde wünschen, dass Lehrer ihre Schüler hierhin führten und sich von den Experimenten verzaubern lassen. Möglich ist das. Der Direktor des Museums „Villa Lichtbogen“ ist für eine spontane Besichtigung zu erreichen unter der Telefonnummer 02825-2829591.

(Heinz van de Linde)