Ein Repair Café im Normalablauf. Wenn der Gong drei Mal ertönt, öffnet sich die Tür zum Reparaturraum. Ein halbes Dutzend Menschen wartet davor, brav aufgereiht in der Schlange. Die Aktiven an der Rezeption warten, den Kugelschreiber gezückt. Für jedes Gerät wird ein Laufschein ausgefüllt, der das Gerät begleitet. Ohne ein Minimum an Bürokratie geht es nicht. Immer wieder sind Staubsauger, Mixer und Kaffeemaschinen unter den vorgelegten Geräten. In letzter Zeit aber auch auffällig viele antike Radios. An diesen scheinen die Kunden besonders zu hängen, Kofferradios zumeist, die auf so manche Campingfahrt, so manche Italien- und Spanienreise mitgenommen wurden. Viele Erinnerungen hängen an ihnen. Beim letzten Mal dauerte die Reparatur eines solchen Antik-Empfängers knapp zwei Stunden. Das kann sich nur ein Repair Café erlauben. Dessen Aktive reparieren ehrenamtlich. Sie sehen jedoch eine Spende gern, die für den Unterhalt des Repair Cafés gebraucht wird. Am Ende des Tages waren es 26 vorgelegte Geräte. Und wenn man bedenkt, dass das eine Radio einen Reparateur für zwei Stunden in Beschlag hielt, wird klar, dass dem Dutzend Aktiver die Arbeit nicht ausging.

(Heinz van de Linde)